Zugegeben: es gibt nicht das perfekte Erfolgsrezept, wie dein Content auf jeden Fall erfolgreich werden oder du ein virales Video produzieren wirst. Es gehört immer auch eine kleine Portion Glück dazu – und mit dem richtigen Thema zur richtigen Zeit auf der richtigen Plattform zu sein.

Nichts desto trotz gibt es ein paar Stellschrauben, an denen wir drehen können, um deinen Content zumindest mit einer höheren Wahrscheinlichkeit erfolgreich im Internet platzieren zu können.

Videos: Alles andere kannst du vergessen!

Wenn du mit deinem Inhalt erfolgreich sein willst, solltest du ein idealerweise virales Video dazu produzieren. Klar, ein Foto oder eine Grafik kann auch zünden, allerdings kann dieser Content schnell und einfach reproduziert werden. Andere Seitenbetreiber machen dann ihre eigene Reichweite mit deinem Content. Bei Videos ist das nicht ganz so trivial.

Virale Hits sind keine One-Man-Show

Hinter den meisten viralen Videos steht nicht nur ein einzelner Protagonist, sondern ein Team. Egal, ob es nur ein Kameramann, Cutter oder Assistent ist, der mal eben das Licht hält. Ohne ein Team wird es schwierig, denn das Video sollte so gut wie möglich produziert sein. Zudem sehen vier, sechs oder acht Augen mehr, als wenn du dich um alles selbst kümmerst. So fallen Fehler auf, bevor sie im Endprodukt landen.

Schaffe die letzten 20 Prozent

Viele virale Videos scheitern in ihrer Reichweite daran, dass die letzten „20 Prozent“ fehlen. Natürlich kann ein zu 80 Prozent zufriedenstellendes Video in 20 Prozent der Zeit schon ganz gut sein – aber eben nicht gut genug. Um die letzten 20 Prozent an Qualität zu erreichen, musst du also noch mal 80 Prozent an Zeit reinstecken. Das muss nicht einfach nur die Zeit an Dreh, Schnitt und Distribution sein – die fehlende Zeit besteht auch oft aus technischen Details in Sachen Kamera- und Schnitttechniken, die du dir erst mal auf den Schirm schaffen musst, um sie schließlich in deinen Videos anwenden zu können. Um beispielsweise Premiere besser zu beherrschen, gibt es gute Videotrainings oder Tutorials bei YouTube.

Optisch solltest du alles aus deiner Technik herausholen und auf interessante Perspektiven achten. Versuche deinen Videos einen eigenen Stempel aufzudrücken und dich so von der Masse abzuheben. Natürlich ist das leichter gesagt als getan. Aber möglich ist alles. Besonders dann, wenn du schnell auf aktuelle Trends aufspringst oder – noch besser – sie vorhersehen kannst. In dem Fall würdest du diesen Artikel aber nicht lesen, sondern hättest schon virales Video online platziert. 😉

Der Ton macht die Musik

Das gehört ebenfalls zu den letzten 20 Prozent, dennoch möchte ich die Wichtigkeit in einem eigenen Absatz noch mal herausheben. Du solltest den größten Wert auf den Ton legen. Egal ob Mikrofonie oder Auswahl der Musik – das muss einfach sitzen! Verzichte auf das eingebaute Mikrofon in deiner Kamera und investiere in ein externes Mikro – egal ob Lavalier- oder Richtmikrofon. Den Unterschied wirst du und deine Zuschauer unmittelbar merken. Nichts nervt die meisten Nutzer mehr, als schlecht verständlicher Ton bei der Vermittlung von Inhalt jeglicher Art. Ebenso sieht es bei der Auswahl von Musik aus. Statt das kostenlose Geklimper von den Plattformen wie Youtube oder Facebook zu nutzen, solltest du ein paar Euro in die Hand nehmen und weitaus bessere Musik von Anbietern wie Epidemic Sound, Universal uvm. beziehen. Auch hier macht sich der Unterschied direkt bemerkbar. Je nach Musik kannst du auch entsprechend auf den Takt dieser schneiden und dem Video einen einzigartigen und mitreißenden Drive zu geben.

Ein einfaches Thema

Mit komplizierten Sachverhalten einen viralen Hit zu erzielen, ist relativ unwahrscheinlich. Also brauchst du ein Thema, dass universell verständlich und bekannt ist. Das können z.B. Alltagssituationen sein. Oft ist das Vehikel für einen viralen Hit daraus natürlich Humor. Beispielsweise hatte ich vor einigen Jahren mit einem Kollegen mal eine Videoanleitung zum Blinken im Straßenverkehr produziert. Ein Thema, über das sich so ziemlich alle Autofahrer mindestens einmal am Tag aufregen. Die erreichten Personen lagen damit im siebenstelligen Bereich. Danach habe ich lange überlegt, wie eine Fortsetzung aussehen könnte. Bis heute ist mir nichts eingefallen, dass so universell ist, wie das Blinken. Richtiges Benutzen von Fernlicht? Rechts vor links? Schwierig.

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Was hat das einfache Thema mit dem vielleicht komplizierten Geschäftsmodell deines Unternehmens zu tun? Das kommt drauf an – eventuell kannst du einen kleinen Aspekt davon aufgreifen oder die Büros als Location nutzen. Doch aufgepasst: Das sollte auf gar keinen Fall auf irgendeiner bewussten Ebene als Werbung wahrgenommen werden.

Emotionalität aufbauen

Das ist neben einer qualitativ ansprechenden Produktion so ziemlich der wichtigste Punkt in dieser Liste. Ohne eine Art vom Emotionen bei dem Betrachter zu wecken, wird dein Video ins Leere laufen. Humor könnte, wie oben bereits erwähnt, eine Emotion sein, die dein virales Video bestimmt. Das ist allerdings immer ein sehr subjektiv empfundenes Gefühl. Was auch sehr gut funktioniert, ist Ärger. Dieser Pfad ist jedoch sehr dunkel und gefährlich. Ein probates Mittel kann daher eine Mischung aus Wut und Humor sein. Ein gelungenes Beispiel wäre hier wieder das oben beschriebene Blinker-Video. Das ist ein Thema, über das sich Menschen aufregen, humoristisch und ironisch inszeniert bahnt es sich dann den zustimmenden Weg durch die Netzgemeinde, ohne Schaden anzurichten und der AfD noch mehr Wähler in die Arme zu treiben.

Ein gelungenes Beispiel ist das derzeit aktuelle Video von Jason deCaires Taylor. Das Video über die Folgen des Brexit geht unter die Haut. Es macht wütend, betroffen und nachdenklich. Gleichzeitig erzeugte es bei mir Gänsehaut und ich war über allem Maße erstaunt, weil es nicht nur ein virales Video unter der oben genannten Prämisse ist, sondern auch einfach Kunst.

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Es sind aber nicht nur Videos erfolgreich, die den Ärger der Nutzer über etwas triggern, transportiert unter dem Deckmantel des Humors, sondern auch jene, die positive Gefühle hervorrufen. Videos, über die Nutzer staunen können, die etwas Süßes zeigen (Tiere, Babys), selbstironisch oder spannend sind oder überraschen, haben ebenso höhere Chancen, geteilt zu werden.

Wichtig ist, dass du weißt, zu welchem Thema du wie welche Emotionen transportieren willst. Dabei solltest du ein klares Ziel vor Augen haben und es entsprechend verfolgen. Wenn du richtig gut bist – und ich meine RICHTIG GUT, dann kannst du auch einen viralen Hit mit einem Wechselbad der Gefühle erzeugen. Dann bewegst du dich wirklich in der Champions-League und hast die Chance auf den ganz großen Wurf.

Deutsch oder international?

Klar, Englisch ist auch die Weltsprache im Internet. Daher liegt der Gedanke nahe, ein englischsprachiges Video zu produzieren, um die Reichweite um den Faktor „fast unendlich“ zu erhöhen. Ganz so einfach ist das aber nicht. Schließlich muss den Thema auf der ganzen Welt verstanden und kommuniziert werden. In deutscher Muttersprache ein Thema locker und humorvoll rüberzubringen, ist ggf. einfacher für dich, als in einem möglicherweise hölzernen Englisch. Denkbar ist daher, erstmal deutschen Content zu produzieren und – bei Erfolg – Möglichkeiten zu sondieren, diesen auch für den internationalen Raum zu reproduzieren. Klappt das nicht, hast du wenigstens die deutschen Nutzer erreicht, die schließlich – wenn du mit deinem Unternehmen eben diese als Zielgruppe ansprichst – erstmal auch wichtiger sind. Alles andere ist nice to have.

Suche dir Multiplikatoren

Du kannst das beste, lustigste und großartigste Video alles Zeiten produzieren. Es wird nicht viral gehen, wenn es niemand sieht. Daher brauchst du Multiplikatoren und Publisher wie 9GAG, Reddit, entsprechende Hashtags & Co. Im Idealfall kennst du den einen oder anderen Nutzer mit großer Reichweite, der es teilt oder du verfügst selber schon über eine große Fanbase. Aber selbst wenn das der Fall ist, solltest du das Video mit so viel Druck auf dem Kessel pushen, wie es dir irgendwie möglich ist.

Snackable Content

Deine Videos sollten so kurz und komprimiert sein, wie es irgendwie geht. In diesen schnelllebigen Zeiten haben Nutzer keine Zeit, sich ein dreiminütiges Video anzusehen. Das macht es einerseits einfacher zu produzieren, weil du weit weniger Material brauchst. Anderseits muss dafür jede Einstellung sitzen, jede Zeile, jede Pointe. Es geht um Bruchteile von Sekunden, die über Erfolg und Misserfolg entscheiden können.

Aus diesem Grund solltest du deine Produktion im Vorfeld möglichst vielen Menschen zeigen und kritikfähig sein, um idealerweise alle groben Schwachstellen vor dem Publishing auszumerzen.

Plattformen sollten natürlich Facebook, Youtube, Twitter, TikTok und Instagram sein. Apropos Instagram: Hier erkläre ich dir, wie du mit hinterlassenen Spuren mehr Reichweite auf Instagram machst.

Du brauchst einen langen Atem

Ein virales Video aus dem Nichts zu produzieren, ist fast nicht möglich, ohne eine Portion Glück oder Algorithmen, die deinem Thema aufgrund eines Momentums gewogen sind. Das heißt, dass du bis zu deinem ersten viralen Inhalt einige Schüsse ins Leere schießen musst. Dafür brauchst du einen langen Atmen. Wichtig ist daher, nicht aufzugeben und es weiter zu versuchen. Irgendwann zündet ein Video – dann ist die Wahrscheinlichkeit, zeitnah ein weites nachzulegen, viel höher. Dafür solltest du aber die rein gespülten Follower durch den ersten Hit mittels geschicktem Community Management entsprechend abholen, damit sie nicht ebenso schnell wieder gehen, wie sie gekommen sind.

Gleiches gilt übrigens für viele weitere Content-Formate im Internet. In den meisten Fällen fangen wir bei null an und müssen uns erst mal mühsam die Fans aufbauen. Deswegen solltest du dich bei deinen Projekten auf Meilensteine konzentrieren. Die ersten 100 Fans oder Abonnenten, dann 1.000, dann 10.000 usw. – ähnlich bei Aufrufen, Impressionen, etc. Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen.